Ist Weidehaltung immer das Beste für alle Tiere?

Unsere Erfahrungswerte

Unser Familienbetrieb besteht in der vierten Generation. In mehr als 60 Jahren haben wir Erfahrungen im Umgang sowie in der Haltung der verschiedensten Tierarten gesammelt. Von Anfang an, also seit 1961, haben wir unsere Kühe selbstverständlich auf unseren großzügigen und überwiegend hofnahen Weiden gehalten.

Aus Nachhaltigkeitsgründen haben wir uns 1995 dazu entschieden, unseren Familienbetrieb von der „klassischen Milchviehwirtschaft“ auf eine untypische Bewirtschaftungsweise umzustellen. Seit Januar 1997 halten wir auf unserem Betrieb ausschließlich Ziegen. Unsere mehr als 30-jährige Erfahrung in der Kuhhaltung auf der Weide sowie die Tatsache, dass sowohl Kühe als auch Ziegen Wiederkäuer sind, haben uns dazu veranlasst, auch die Ziegen auf der Weide zu halten.

Die Folgen der Weidehaltung

Die Ziegen kamen hungrig von der Wiese zurück in den Stall

Im Merkblatt der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. Ziegenhaltung Nr. 93, steht unter Punkt 9.2: „Ziegen fressen bevorzugt Laub. Auf der Weide wählen sie Kräuter und Klee aus. Eigentlich kann man nicht von „Grasen“ sprechen, denn Gras fressen Ziegen nur, wenn andere Pflanzen fast ganz vertilgt sind.“

Unsere eigenen Beobachtungen haben sich mit ebendieser Aussage gedeckt. Unsere Ziegen kamen abends hungrig von der Weide zurück und haben erst einmal stundenlang Heu gefressen, bevor sie satt waren.

Die Ziegen hatten Probleme mit Parasiten und Krankheiten

Da die Ziegen durch das teils sehr alte und holzige Gras gelaufen sind, haben sie sich oft die zarte Haut zwischen den Klauen verletzt [wie Papierschnitte], was zu schmerzhaften Entzündungen geführt hat [sog. Technopathie²].

Aufgrund unserer Lage und der Flurbereinigung haben wir nur zwei Flächen direkt am Hof. Auf diesen zwei Flächen haben sich die natürlich vorkommenden Parasiten immer weiter vermehrt, sodass wir gezwungen waren, unsere Tiere sehr regelmäßig, in Absprache mit einem Tierarzt, mit Medikamenten gegen diese Parasiten zu behandeln (vgl. auch Merkblatt der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. Ziegenhaltung Nr. 93,  Punkt 12.2.

Um dem vorzubeugen, durften unsere Ziegen nur noch auf die trockene Weide. Je nach Wetterlage konnten die Ziegen allerdings wochenlang nicht auf die Weide und es ergaben sich so Futterumstellungen, die bei der sehr komplexen Wiederkäuerverdauung zu sehr ernsten Krankheiten führen kann [z. B. Acidose³].

-> Das ist nicht unsere Vorstellung einer „artgerechten Tierhaltung“

² Technopathie = eine Verletzung / ein Schaden, der durch die Haltungsform hervorgerufen wird 
³ Acidose = eine Fütterungsbedingte Stoffwechselerkrankung; hier: durch hohe Zuckeraufnahme aus jungem, frischem Gras ausgelöster Durchfall, der lebensbedrohliche Ausmaße annehmen kann

Wie haben wir unser neu gewonnenes Wissen umgesetzt?

Die ganzjährige Heufütterung

Wir legen größten Wert darauf, dass unsere Tiere nur bestes, naturbelassenes Futterheu von unseren eigenen Wiesen zu fressen bekommen, weshalb wir mit Recht von sogenannter Heumilch sprechen können. Unser Heu ist auf unbehandelten Wiesen in schonender Bewirtschaftung gewonnen und transportiert die im Boden freigesetzten und in den Pflanzen gespeicherten Nährstoffe.

Auf chemischen Pflanzenschutz verzichten wir bewusst komplett [Herbizide (wie z. B. Glyphosat), Fungizide, usw.] Die Hinterlassenschaften der Ziegen (der Mist) aus dem Stall sowie die Molke, die bei der Käseherstellung anfällt, sammeln wir und düngen damit unsere Wiesen, um einen Kreislauf der Nährstoffe zu schaffen. Dadurch können wir fast gänzlich auf außerbetriebliche Düngung  (z. B. Mineraldünger) verzichten. Zur bedarfsgerechten Ernährung unserer Ziegen notwendige Zufütterungen, z. B. Zuckerschnitzel oder Leinsaaten, sind als gentechnikfrei zertifiziert. Auf vergorene Futtermittel (z. B. Silage) verzichten wir konsequent, um ein Lebensmittel frei von Zusatzstoffen herstellen zu können. (Silagefütterung führt häufig zu sog. „Spätblähungen“ im Käse. In der Industrie wird dagegen Lysozym oder Nitrat eingesetzt.)

Die Heuernte

Da unsere Wiesen extensiv bewirtschaftet werden, siedeln sich dort auch Kräuter an, die den Geschmack des Heus verbessern und so für die Ziegen eine willkommene Abwechslung darstellen. Aus diesem Grund verzichten wir gänzlich auf chemische Pflanzenschutzmittel [z. B. Herbizide gegen Unkräuter]. Unerwünschte Kräuter [z. B. Jakobskreuzkraut] entfernen wir in aufwändiger Handarbeit vor jedem Mähen.

Die Sonnentrocknung des Futters tötet eventuelle Krankheitserreger auf natürliche Weise ab [UVStrahlen].

Unser Futter stammt stets von den gleichen Flächen und wir arbeiten in einem Kreislauf. Nur so können wir die Qualität von unserem Heu konstant auf einem hohen Niveau halten und haben immer den bestmöglichen Ausgangspunkt für unseren natürlich hergestellten Ziegenkäse.

Die Vorteile der Heufütterung

Ganzjährig gleichbleibendes Grundfutter in gleicher Qualität und ohne Parasiten

Durch Analyse jeder neuen Ernte kennen wir die Nährstoffe von unserem Heu und können notwendige Zufütterungen entsprechend der Bedürfnisse unsererZiegen anpassen, um deren optimale Versorgung mit allen Nähr- & Mineralstoffen sowie Vitaminen und Spurenelementen sicherzustellen.

Durch die lange Lagerperiode [mindestens drei Monate] vor dem Füttern sterben alle Parasiten, die eventuell im Heu vorkommen können. [Vorausgesetzt, es ist kein Hundehaufen darin enthalten, der den Parasiten als Nahrung dient]. Dadurch konnten wir den Medikamenteneinsatz sehr stark reduzieren. Unsere Tiere erhalten genau dann Medikamente, wenn ein Tierarzt diese für angemessen und notwendig hält.

Die Verdauung der Ziegen benötigt ca. 10 – 14 Tage, um sich auf eine Futterumstellung einzustellen. Da wir das ganze Jahr hindurch das gleiche Futter, nämlich Heu, füttern, kann sie sich optimal auf das Futter einstellen, wodurch das Wohlbefinden unserer Tiere deutlich gesteigert wird.

Die Stallhaltung auf dem Vulkanhof

Die Besonderheiten von unserem Ziegenstall

Besonders an unserem Ziegenstall sind gleich mehrere Eigenschaften:

  • Das enorme Luftvolumen, dass aufgrund der Höhe und Länge des Stalls zusammenkommt.
  • Die sog. „Space-Board“ Belüftung an allen Seiten des Stalls. Sie fördert den Luftaustausch in einer Höhe ab 2,5 Metern, ohne dass Zugluft entsteht.
  • Das offene Stalldach (offener First) sorgt dafür, dass die warme, verbrauchte Luft nach oben entweichen kann und durch die „Space-Boards“ strömt frische Luft von den Seiten nach, ohne dass Zugluft entsteht.
Die Ansprüche der Ziegen

Im Merkblatt der Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. Ziegenhaltung sind die folgenden Punkte aufgeführt:

  • Aus klimatischen Gründen ist in Mitteleuropa eine Ziegenhaltung ohne Stall nicht möglich.

  • Ziegen lieben erhöhte Liegeplätze, von denen aus sie einen guten Überblick haben.

  • Ziegenställe sollten eine Raumhöhe von mind. 2,5 m haben, um das erforderliche Luftvolumen je Tier gewährleisten zu können.

  • Der Boden ist immer mit sauberer und weicher Einstreu zu bedecken.

  • Es sollten keine Engstellen im Stall auftreten, damit ranghöhere Tiere nicht den Weg beispielsweise zur Tränke versperren können.

  • Der Bock darf nicht ganzjährig in der Herde sein, damit er die hochtragenden Ziegen nicht belästigt und Jungziegen nicht zu früh deckt.

Wie erfüllen wir diese Ansprüche?
  • Durch verschiedene Kletter- bzw. erhöhte Liegemöglichkeiten, erfüllen wir den Anspruch der Ziegen, den Überblick zu behalten.
  • Unser Ziegenstall hat eine Höhe von ca. 7 Metern an der höchsten Stelle, wodurch wir das erforderliche Luftvolumen mehr als sicherstellen. Außerdem sorgt der gute Luftaustausch für hervorragende Luftqualität.
  • Wir streuen immer nach Bedarf ein, nicht nach Zeitplan. So liegen unsere Ziegen stets in bequemer, frischer Einstreu.
  • Engstellen haben wir bereits bei der Planung des Stalls vermieden.
  • Die Böcke halten wir in der erforderlichen Zeit in einer separaten „Herren-WG“.

Wir schenken dir

10%

auf deinen nächsten Einkauf im Vulkanhof-Shop!

Code: sommer22

*Rabatt-Aktion gültig bis 31. Oktober 2022.